lieferando-blogparade

Ahoi ihr Lieben!

Vorgestern bin ich auf eine Blogparade von Lieferando gestoßen, die mich tatsächlich zum Nachdenken animiert hat. Es handelt sich um den großen Begriff „Zeit“. In unserer schnelllebigen Gesellschaft wird er häufig verwendet, hauptsächlich in Konstellationen wie „Los, beeil dich, wir haben keine Zeit!“ oder „Dass du immer so viel Zeit brauchst! Andere schaffen das viel schneller als du!“.

Doch was ist Zeit überhaupt?

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Begriffsklärung

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Bereits bei der Begriffsklärung bin ich an Grenzen gestoßen, die mich irritiert haben, denn: eine einheitliche Definition gibt es nicht. Ja, die meisten versuchen sich nicht einmal wirklich daran, oder sagen „Für MICH ist Zeit dieses, jenes und sonstiges.“

Allerdings gibt es einige Physiker, die sich mit dem Phänomen Zeit beschäftigen. Sie sagen, dass Zeit durch sich vorwärts und rückwärts drehende Teilchen entsteht – sehr kompliziert, und die Zusammenhänge kann ich euch leider nicht erklären.

Aber selbst das ist für mich keine wirkliche Definition.

Deshalb werde ich es jetzt wie viele andere Menschen machen und sagen: Für mich ist Zeit etwas sehr kostbares, das es zu beschützen gilt. Zwar kann man dieses Naturphänomen, das der Mensch durch verschiedene Uhren wie Stopp- oder (Kirch-)Turmuhren messbar gemacht hat, nicht zerstören – doch die Sekunden zerrinnen unaufhörlich, sodass letztlich keine Zeit mehr bleibt für Dinge, die man gerne noch getan haben möchte.

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Natürlich kann man nicht immer arbeiten, irgendetwas tun – manchmal muss man sich auch Zeit für sich nehmen und sie ‚vergeuden‘. Doch wofür vergeude ich gerne meine Zeit? 

Zuerst einmal muss ich – für mich – klar stellen: Ich betrachte es nicht als Zeitvergeudung, diese Dinge zu tun [sonst würde ich sie ja nicht machen], sondern eher als.. Spende. Als Geschenk an die Personen oder Tätigkeiten. Als Zeichen dafür, dass sie mir wichtig sind. Denn: Zeit hat man nicht, die nimmt man sich für das, was man selbst als wichtig erachtet, wie ein Sprichwort so schön sagt.

Hier jedenfalls eine kleine Liste der Lebewesen oder Dinge, für die ich mir gerne Zeit nehme:

• meine Familie 

Auch, wenn meine Familie mir vielleicht nicht immer glaubt, dass es so ist: für sie nehme ich mir gerne Zeit und streiche sie dafür woanders weg. Ich liebe es, gemeinsam zu lachen, zu scherzen oder einfach nur zu reden. Manchmal reicht es sogar, wenn wir einfach nur beieinander sitzen und still die Anwesenheit der Anderen genießen. Oder gemeinsam Abendessen – und glaubt mir, zumindest hier dauert ein gemeinsames Abendessen deutlich länger als eines, bei dem ich alleine in meinem Zimmer sitze! Außerdem fällt das dann meistens gesünder aus, da sich alle die Zeit nehmen wollen, friedliche gemeinsame Minuten zu verbringen. Und da gehört das Kochen ganz häufig mit dazu.

• meinen Freund

Ich weiß nicht, wie vielen von euch es so geht: Doch für meinen Freund schaufle ich gerne Zeit frei, und sei dies mit noch so viel Anstrengung verbunden. Er gibt mir Halt und Ruhe, wenn stressige Zeiten sind, in denen sich Arbeit häuft – und dann tut es einfach gut, dass er da ist.

Da ich weiß, dass er ebenfalls viel zu tun hat, vielleicht sogar mehr als ich, da er deutlich länger auf Arbeit ist als ich in der Schule, bedeutet es mir umso mehr, dass er sich Zeit für mich nimmt statt zu Kumpels zu fahren.

• unsere Haustiere

Unsere Haustiere gehören mit in unsere Familie – dennoch ist es mir wichtig, sie noch einmal extra zu erwähnen. Es macht einfach unglaublich viel Spaß, sie zu beobachten, mit ihnen zu kuscheln und mit ihnen zu spielen. Zwar sind die Meerschweinchen, die in diesem Haus leben, ’nur‘ Beobachtungsobjekt, allerdings sind sie gerade dadurch, dass sie kaum angefasst werden, besonders zutraulich geworden und kommen neugierig angewuselt, wenn wir uns zu ihnen setzen.

• Hobbys

Auch diese Tätigkeiten dürfen natürlich nicht fehlen. Selbst dann, wenn keine Zeit ist, versuche ich, sie mir zu nehmen um zu musizieren, zu lesen, Animes zu schauen, mit dem Hund rauszugehen oder zu schreiben. Denn ab und an brauche ich einfach mal eine Pause – und dann ‚vergeude‘ ich meine Zeit lieber damit, mir eine kleine Freude zu machen statt mich komplett kaputt zu machen. Besonders beim Lernen gilt ohnehin: Wenn Kopf voll, geht nichts mehr rein. Dann lieber eine kleine Pause einlegen.

Trotz allem kann ich die unangenehmen Tätigkeiten  nicht außer Acht lassen. Auch sie müssen erledigt werden. Doch was raubt mir am meisten Zeit? 

Ich denke, das ist das Aufräumen. Ich bin ein sehr unordentlicher Mensch und vergesse oft, Dinge sofort an ihren Platz zurückzuräumen. Dadurch sammelt sich leider meistens eine ganze Menge an, sodass dann auch noch der innere Schweinehund dazu kommt und es ewig dauert, bis ich mich aufgerafft habe, endlich anzufangen.

Natürlich raubt die Schule auch eine ganze Menge Zeit – allerdings ist es so, dass ich Schule nur dann als unangenehm empfinde, wenn in einer Woche mehr als fünf Arbeiten geschrieben werden. Nervig ist es zwar immer, morgens so früh aufstehen zu müssen… aber notwendig.

In der Blogparade wird auch gefragt: Was wäre Dir eine Stunde mehr Freizeit wert? 

Der erste Gedankengang war: Ich nehm sie! – Und natürlich ist das die Reaktion vieler, schließlich ist Zeit knapp. Doch seien wir mal ehrlich: würden wir diese Stunde wirklich für das nutzen, was uns Spaß macht?

Ich weiß es nicht. Manchmal vielleicht. Aber es kann auch gut sein, dass diese eine Stunde in Arbeiten investiert wird, die sonst nicht erledigt werden könnten.

Insgesamt weiß ich nicht, ob diese Stunde mehr etwas bringen würde – nichts desto trotz: mir würde diese Stunde Freizeit sehr viel bedeuten. Ich müsste mich nur dazu zwingen, sie wirklich als Freizeit zu nutzen.

Besonders früher, als die Welt noch unbeschwert war, wäre mehr Zeit gar nicht so schlecht gewesen. Beispielsweise zu der Zeit, als meine Eltern noch nicht getrennt waren, sich noch nicht stritten, wir noch in einem Haus lebten nahe unserer restlichen Verwandten.

Oder aber mehr Zeit mit unserer Hündin Conny, die vor einigen Jahren verstarb – ein wunderhübscher Hund, ein Kraftpaket, wie bei einem Kampfhund üblich. Und trotzdem unglaublich sanft, liebevoll. Mit ihr konnte man so viel machen, was mit anderen Hunden undenkbar wäre – selbst unser damaliger Zweithund, mit dem ich ebenfalls gerne mehr Zeit verbracht hätte, war gefährlicher, obwohl er deutlich kleiner war und auch nicht die typischen Muskelpakete besaß, wie Conny sie vorwies.

Zum Abschluss noch zwei Zitate zum Thema Zeit. Jeweils eins, das mich besonders fasziniert oder aber besonders gestört hat.

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besonders gestört:

„Vergeude nicht deine Zeit – dann vergeudest du auch nicht meine!“

© Zitate.de

besonders fasziniert:

„Glück oder Unglück – auf der Zeitachse wendet sich so manche Perspektive.“

©Zitate.de

So. Damit nicht der ganze Nachmittag vor dem Laptop dahinfließt, ohne, dass ich etwas wirklich sinnvolles – in Augen anderer – getan habe, werde ich jetzt den Hund schnappen und mit ihm eine kleine Fahrradrunde drehen!

Liebe Grüße,

eure Worttanz

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